Diese Seite heisst Tochter-Vater, weil diese menschliche Beziehung so vom Aussterben bedroht ist, dass man sie unter Naturschutz stellen sollte. Um nicht zu sagen: Kinderschutz.
Meine persönliche Beziehung dazu ist, dass ich weder Tochter noch Vater bin - jedoch werde ich im Ferienlager seit 30 Jahren immer wieder von Kindern als Ersatzvater "adoptiert". Dabei verhalten sich Mädchen anders als Jungen. Und gegenüber Männern verhalten sich Kinder anders als gegenüber Frauen. Um dieses Verhalten auch theoretisch verstehen zu lernen, nutze ich die Zeit zwischen den Ferienlagern. Über meine Erkenntnisse berichte ich auf dieser Homepage.
Die meisten Mädchen und Jungen haben zu Hause eine Familie, vielleicht sogar Opa und Oma. Um diese Kinder brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.
Kinder im Familiengericht, in "Kindschaftssachen", haben immerhin zwei Eltern, die sich für sie interessieren. Hier ist das Ziel, jedem Kind beide Eltern zu erhalten.
Literatur: Wegweiser für den Umgang nach Trennung und Scheidung; Wie Eltern den Umgang am Wohl des Kindes orientieren können. [ pdf ]
Diese Internet Seite konzentriert sich auf Kinder, denen der Vater fehlt. Bei Jungen ist das Problem allgemein anerkannt. Vernachlässigt wird die Bedeutung eines Vaters für Mädchen. Ursache für ein Trauma und viele andere Probleme bei erwachsenen Frauen ist sehr häufig der fehlende Vater in der Kindheit und Jugend.
Literatur: Julia Onken, Vatermänner; Ein Bericht über die Vater-Tochter Beziehung und ihren Einfluß auf die Partnerschaft.
Eine Bindung "besitzt" das Kind zu jeder Bezugsperson. Diese Bindung kann jedoch "sicher" oder "unsicher" sein. Bei unsicherer Bindung erfüllt die Bezugsperson nicht alle Bedürfnisse des "Kindeswohls". Das Kind sucht dann unbewusst nach einer sicheren Bindung, bis es eine entsprechende Bezugsperson gefunden hat.
Diese unkontrollierte Suche ist mit Gefahr verbunden. Mit Prävention soll Kindern dieses "distanzlose" Verhalten abgewöhnt werden. Das Mitgehen mit Fremden kann unterbunden werden, indem man dem Kind hilft, eine neue Bezugsperson zu finden. Hierfür eignen sich unter anderem Aktiv- Patenschaften.
Fremd betreute Kinder leiden besonders unter Bindungsstörungen, weil professionelle Erzieher eine sichere Bindung gar nicht leisten können. Sie müssten dazu ihr Lieblingskind mit nach Hause nehmen und später adoptieren wollen.
Literatur: Roland Schleiffer, Der heimliche Wunsch nach Nähe; Bindungstheorie und Heimerziehung.
Das Ziel von öffentlicher und freier Jugendhilfe ist (laut Gesetz), sich selbst überflüssig zu machen. Hier müssen neue Wege gefunden werden, weil die bestehenden Strukturen nicht effektiv genug sind. Zum Beispiel kann bei (Präventions-) Projekten hinterfragt werden, ob sie nicht Probleme lösen, die gar nicht existieren. Aus eigener Erfahrung, u.a. als Mitglied im Jugendhilfeausschuss, kann ich weitere Beispiele nennen.
Literatur: (ZKJ Heft 1/2010) Kinder- und Jugendhilferecht: Zur Systematik der Förderung freier Träger der Jugendhilfe.
Privat finanzierte Kinder-Projekte wie "Die Arche" erreichen viel mehr Kinder unmittelbar, weil jeder Mitarbeiter persönlichen Kontakt zum Kind und der zumeist allein erziehenden Mutter sucht. Spenden-Geld lässt sich auch flexibel einsetzen und Bürokratie vermeiden.
Literatur: Bernd Siggelkow, Deutschlands große Chance; Was sich unsere Kinder wünschen und warum wir sie unbedingt ernst nehmen müssen.
Das Ziel ist erreicht, wenn jedes Mädchen (und jeder Junge) einen Vater (gefunden) hat. Das größte Hindernis, um dieses Ziel zu erreichen, ist die Angst vor dem sexuellen Missbrauch. Ich bewege mich deshalb zu den Quellen dieser Angst, und sehe eine ganze "Industrie", die davon lebt... In 8 Jahren als Jugendschöffe lernte ich dieses Thema auch strafrechtlich zu beurteilen.
Mein Anspruch ist eine wertschätzende und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem oben umrissenen Themenkomplex. Diese private Internet Seite soll nicht endgültig sein, sondern als Diskussionsgrundlage dienen. Ich lade jeden und jede ein, sich an der Diskussion zu beteiligen und bin selbstverständlich an Kritik interessiert.
Aus vaterlosen Familien stammen in den USA:
Spiegel 47/1997
63% der jugendlichen Selbstmörder
71% der schwangeren Teenager
90% aller Ausreißer und obdachlosen Kinder
70% der Jugendlichen in staatlichen Einrichtungen
85% aller jugendlichen Häftlinge
71% aller Schulabbrecher
75% aller Heranwachsenden in Drogenentzugszentren